Recherchen

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Über das Unaussprechliche

Januar 2022. Die Recherche „Über das Unaussprechliche“ knüpft an die Recherche „Nach der Pest“ an, die im letzten Jahr zum Ausgangspunkt für die Kreation einer gleichnamigen Theaterarbeit wurde. Im Rahmen dieser Internet-Recherche war es nicht möglich, weit unter die Oberfläche des erforschten Gedankenreservoirs eindringen, dafür fehlte die Zeit. Jetzt soll die Rede, die sich oft als eine „Rede des Unaussprechlichen“ manifestiert, genauer erforscht werden. Vor der Generalversammlung in N.Y. sagte António Guterrez im letzten September: „We are on the edge of an abyss and moving in the wrong direction“. Seine Worte ähneln viele Aussagen, die man heute im Internet findet. Nicht wenige Menschen scheinen, auf eine Katastrophe zu warten, von der sie sich aber nicht einig sind, wie sie aussehen soll. Inmitten der tektonischen Verschiebungen, die im Internet die Norm sind, wird endlos darüber diskutiert. Die Recherche soll ein ungeschliffenes Bild dieser Diskussion vermitteln. Die Suche nach einer künstlerischen Form, die anschließend in der Lage wäre, dieses Bild umzusetzen, gehört auch zur Recherche.

Ein Theaterstück in Form eines Romans ist dabei zu entstehen, Titel: Exil.

Nach der Pest

Januar 2021. Es ist schwer, nicht zu denken, dass mit dem Erscheinen von Corona die Zeit stehen geblieben oder implodiert ist. Noch kann sich wahrscheinlich niemand die Folgen des gesellschaftlichen Bruchs, den wir gerade erleben, ganz vorstellen. Wird jemals alles so werden wie vorher? Das Recherchen-Projekt „Nach der Pest“ will versuchen, Prozesse nachzuspüren, die seit einem Jahr in der Gesellschaft entstanden sind. Viele Epidemien zogen radikale Änderungen im Leben der Menschen mit sich und die Pest ist in Europa ein deutliches Symbol dafür – daher der Titel des Projektes. Ort des Forschens wird das Internet sein. Im Vordergrund wird die Frage stehen, was die Menschen, die sich dort, meistens anonym, äußern, überhaupt sagen. Eine weitere Frage wird sein, ob man dieses Sprechen als ein Äquivalent für den Chor des antiken griechischen Theaters betrachten kann, der übrigens auch Masken trug.

September 2021. Auf der Basis des Materials, das im Laufe der Recherche zu verschiedenen Themen gesammelt wurde, ist ein Theatertext entstanden, der den gleichen Titel wie die Recherche trägt. Dieser Text wird am 14.Oktober im Hamburger Sprechwerk uraufführt und ist hier unten zu lesen.

Info über die Aufführung: hier klicken

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