Vorträge

Vortragsreihe im Wintersemester 2025/26

Die Verfinsterung der Welt auf der Bühne oder: Wo ist das Licht?

„Haben wir das Ziel aus den Augen verloren?“, „Die Welt ändert sich jedenfalls rasant.“, „Vieles ist verwirrend, mir scheint, es war früher nicht so.“, „Vielleicht trügt unsere Erinnerung.“, „Ja, vielleicht, aber wir könnten auch am Anfang eines dunklen Zeitalters stehen.“ könnten Figuren auf einer Bühne sagen. Es gab in der Geschichte Epochen, in denen die Menschen mit Zuversicht in die Zukunft schauten, es gab aber auch Epochen, in denen sie das, was sich vor ihren Augen abspielte, mit Angst beobachteten. Wir erleben heute eine solche Zeit, die Menschen stellen Fragen und die Kunst tut es auch. „Es liegt in unserer Verantwortung zu zeigen, welche Welt wir wollen“, scheibt Sonja Anders, die neue Intendantin des Thalia Theaters. Sie spricht von der „anarchischen Energie des Humors“, und Karin Beier, die Intendantin des Schauspielhauses, spricht darüber, dass wir „im unwägbaren Raum der Phantasie eine große Kraft entdecken können“. Auf einer Bühne ist alles Zeichen, alles muss gedeutet werden, die Phantasie des Zuschauers wird durch die Inszenierung in eine Bahn gelenkt, sie bleibt aber frei. Der vor kurzem verstorbene Dramaturg Carl Hegemann war der Meinung, es wäre die Aufgabe des Theaters, das „Dunkel, das uns blendet“ sichtbar zu machen. Damit meinte er, dass Dinge in Erscheinung treten sollen, die vielleicht beängstigen, die aber eine neue Perspektive auf die Welt eröffnen. Und das gäbe Kraft. Am Beispiel aktueller Inszenierungen auf den Hamburger Bühnen wird in den Vorträgen gezeigt, wann und wie dieses gelingt. Zwei Theaterbesuche mit anschließender Diskussion gehören zur Veranstaltung.

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Vortrag gehalten am 17.05.2018, Titel: „Kunst im Würgegriff der Macht“

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